Beerdigung

 

"Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens".

 

Wir wissen, dass das Sterben zum Leben gehört  -  und fühlen uns auf der Suche nach Antworten doch manchmal hilflos und alleine gelassen.

 

Sterbende und Angehörige begleiten

Wir bieten Ihnen und Ihren Angehörigen Begleitung an: Wir hören  zu, denken mit Ihnen nach und beraten Sie.

Wenn Sie es wünschen, sind wir mit Ihnen am Kranken- und Sterbebett – und können dort auch Abendmahl feiern oder Ihren sterbenden Angehörigen  eine Krankensalbung anbieten.

 

Aussegnen

Das Sterben setzt unserer Fürsorge Grenzen.

Es ist mitunter hilfreich, diese Grenzen sehr bewusst wahrzunehmen, die Verstorbenen  aus der Hand zu geben und  der Fürsorge Gottes anzuvertrauen.

Es ist ein guter Brauch, Verstorbene auszusegnen.

In den Kliniken können Sie in aller Regel die Klinikseelsorge darum bitte. Wenn Angehörige zuhause in Seckenheim gestorben sind, kommen wir gerne zur Aussegnung.

Wir versammeln uns am Sterbebett, beten, hören einen Psalm, sprechen das Vaterunser und befehlen mit dem Segen uns und unsere Verstorbenen der Gnade Gottes an

 

Trauerfeier und Bestattung vorbereiten

Nachdem der Arzt da war und den Tod festgestellt hat, nehmen Sie Kontakt mit einem Bestattungsunternehmen auf.

Klären Sie, wann der oder die Verstorbene abgeholt werden soll und sagen Sie es, wenn Sie eine Aussegnung wünschen.

Das Bestattungsinstitut wird dann gemeinsam mit Ihnen alles Weitere routiniert, individuell und professionell regeln.

Zur Vorbereitung der Trauerfeier vereinbaren Sie mit uns ein Gespräch – am besten telefonisch. Sollten wir nicht persönlich erreichbar sein, machen Sie bitte vom Anrufbeantworter Gebrauch. Er wird regelmäßig abgehört. Am Ende der Ansage wird eine Handynummer genannt, von der Sie gerne Gebrauch machen können.

Wir bereiten dann mit Ihnen die Trauerfeier vor.
Vielleicht gibt es Wünsche, die der oder die Verstorbene geäußert hat,
vielleicht ist Ihnen etwas ganz wichtig?

Sie haben Liedwünsche oder wollen einen bestimmten Bibeltext wählen?

Wir werden mit Ihnen auf die wichtigsten Lebensstationen ihres Angehörigen zurückblicken und Ihnen bei Bedarf helfen, das ein oder andere besser zu verstehen.

 

An Verstorbene denken

Wenn wir vom Tod Ihres Angehörigen erfahren haben, läuten die Glocken der Erlöserkirche. Für das Glockengeläut können wir auch einen bestimmten Zeitpunkt vereinbaren – etwa zur Aussegnung oder zu Beginn des Beerdigungsgesprächs.
Am Sonntag nach der Beisetzung schließen wir Sie als Angehörige und Ihre Verstorbenen gedenkend ins Gebet ein. Zu diesem Gottesdienst laden wir Sie herzlich ein.

Am Sonntag vor dem ersten Advent, dem Toten – oder Ewigkeitssonntag,  gedenkt die Erlösergemeinde  der Verstorbenen des zu Ende gehenden Kirchenjahres.
Im Gottesdienst werden deren Namen noch einmal genannt, und für jeden Verstorbenen wird eine Kerze entzündet.

 

Fragen

  •   Kann der Verstorbene von uns bestattet werden – auch wenn er der katholischen Kirche angehört hat?

Das ist möglich. Wir werden das mit den katholischen Kollegen klären.

 

  • Beerdigen Sie auch wenn der Verstorbene aus der Kirche ausgetreten ist?

Auch das ist in begründeten Fällen möglich – insbesondere, wenn Sie als Angehörige der Evangelischen Kirche angehören. Wir erbitten in diesem Fall aber eine Spende etwa in Höhe der Kosten für einen freien Trauerredner.

 

  •  Kann die Trauerfeier auch in der Erlöserkirche stattfinden?

Auch das ist möglich – insbesondere, wenn es zu erwarten ist, dass es eine „große“ Beerdigung geben wird. Die Beisetzung kann dann vor oder nach der Trauerfeier im „kleinen“ Kreis  stattfinden.

Zu klären wäre ggf. die Frage, ob Sarg oder Urne während der Trauerfeier in der Kirche stehen sollen.

Auch in diesem Fall würden wir Sie gerne an den Kosten beteiligen – sie werden nicht höher sein als die Kosten für die Nutzung der Trauerhalle auf dem Friedhof.

 

  • Was kostet die kirchliche Bestattung?

Die Kosten für unseren Dienst werden aus Kirchensteuermitteln finanziert – Sie haben sie also mit Ihrer Kirchensteuer schon bezahlt.  Die Nutzung der Trauerhalle wird Ihnen die Stadt Mannheim in Rechnung stellen.

Wenn Sie unseren Dienst darüber hinaus mit einer Spende anerkennen wollen, freuen wir uns sehr nicht zuletzt weil die Erlösergemeinde einen großen Teil ihre Arbeit nur mit Spendenmitteln finanzieren kann.

 

  •  Wir haben für die Trauerfeier besondere Musikwünsche. Geht das?

Das geht – allerdings in Grenzen. Die Stadt Mannheim schreibt eine Länge der Trauerfeier von höchstens 30 Minuten vor.  Eine längere Dauer ist zuvor zu klären.
Eine kirchliche Trauerfeier ist ein Gottesdienst. Auch das ist bei der Verwirklichung von Musikwünschen zu bedenken, ebenso wie die eher bescheidenen technischen Gegebenheiten in der Trauerhalle. Die Orgel klingt nicht berauschend, und der CD-Spieler, der derzeit Verwendung findet, hat leider in vielerlei Hinsicht seine Tücken.

Sprechen Sie uns so früh wie möglich an, damit wir gemeinsam gute Lösungen finden können.

 

  •  Wieso kann die Trauerfeier nicht zu unserem Wunschtermin stattfinden?

Seitens der Stadt Mannheim gibt es für Beerdigungen in Seckenheim bestimmte Zeitfenster, die relativ verbindlich gehandhabt werden – aus technischen und aus tarifvertraglichen Gründen.

Auch unsere Flexibilität hat Grenzen. Wir haben beispielsweise Religionsunterricht und manchmal auch andere schwer zu verschiebende Termine.

Natürlich kann auch ein Vertreter die Trauerfeier gestalten. Diese Vertretungskosten würden wir aber gerne an Sie weitergeben.

 

  • Angehörige wollen anonym bestattet werden – was tun?

Trauer braucht Orte. Ein Grab ist solch ein Ort. Wenn ihre Angehörigen sich anonym bestatten lassen, fehlt Ihnen als Hinterbliebenen u.U. der Trauerort.

In unserer Praxis stoßen wir immer wieder auf dieses Problem. Oft ist es so, dass hinter der Verfügung, sich anonym bestatten zu lassen lediglich der Wunsch steht, dass „Gras über das Grab wachsen kann“, um Angehörige von der Grabpflege zu entlasten.

Fragen sie gezielt noch solchen Möglichkeiten, bevor Sie sich für eine anonyme Grabstelle entscheiden.

 

Das Märchen von der traurigen Traurigkeit

Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam.

Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.

Bei einer zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub auf dem Wege saß, schien fast körperlos.  Sie erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen.

Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: "Wer bist du?"

Zwei fast leblose Augen blickten müde auf.

"Ich? Ich bin die Traurigkeit", flüsterte die Stimme stockend und leise, dass sie kaum zu hören war.
"Ach, die Traurigkeit!" rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte grüßen.
"Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit misstrauisch.
"Natürlich kenne ich dich! Immer wieder hast du mich ein Stück des Weges begleitet."
"Ja, aber...", argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?"
"Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtling einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?"

"Ich... bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme.

Die kleine alte Frau setzte sich zu ihr.

"Traurig bist du also", sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf.

"Erzähl mir doch, was dich so bedrückt."

Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht.

"Ach, weißt du", begann sie zögernd und äußerst verwundert, "es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest."

Die Traurigkeit schluckte schwer.

"Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot.

Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muss sich nur zusammenreißen. Und spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken.

Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe.

Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen."

"Oh ja", bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir schon oft begegnet."

Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen.

"Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf, wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu."

Die Traurigkeit schwieg.

Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt.

Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme.

Wie weich und sanft sie sich anfühlte, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel. "Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt."

Die Traurigkeit hörte auf zu weinen.

Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: "Aber ... aber - wer bist eigentlich du?"
"Ich?" sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen.

"Ich bin die Hoffnung."
(Quelle unbekannt)



 

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